“(Real) Billy beim Idol” oder “Billy Idol an der Saale”

Nach längerer Pause war Billy Idol in diesem Jahr auch wieder einmal in Deutschland am Start. Neben Regensburg, München, Köln, Berlin und Hamburg zählte ausgerechnet noch Halle (Saale) zu den ausgewählten sechs Veranstaltungsorten.

Das war fast ein bisschen wie Schicksal und Karma zusammen. Einerseits bin ich ja seit den Achtzigern Fan des großen Punkrockers (und der Name dieser Seite kommt nicht von ungefähr), andererseits habe ich einen Hallenser Freund und der hatte dann ein Geburtstagsgeschenk für mich.

Billy Idol live – das gab’s für mich noch nie und entsprechend gespannt fieberte ich dem 14. Juli auf der Peißnitzinsel in Halle entgegen.

Billy Idol in Halle (Saale), Ostthüringer Zeitung vom 30.06.2018
Zwei Wochen zuvor stimmte unsere Ostthüringer Zeitung (OTZ) auf das Event im benachbarten Sachsen-Anhalt ein.

Auf der grünen Insel mitten in der Saale angekommen spielten alsbald die Alpenrocker der 2010 gegründeten Band “Kaiser Franz Josef” auf. Die Österreicher sind durchaus mit Deep Purple oder Led Zeppelin vergleichbar und haben auch entsprechende Coverversionen in ihrem Repertoire.

“Kaiser Franz Josef” aus Österreich heizen für den Altmeister der Punkrocker ein.

Nicht schlecht! … aber trotzdem wartete ich an diesem lauen Juli-Abend nur auf den Meister himself.

Billy Idol - 14.07.2018 - Halle (Saale)

Der Platz vor der Freilichtbühne hatte sich gefüllt. Biker neben Metaller, das Mädel aus der Gothic-Szene neben dem Typen in Urlauber-Outfit – Billy Idol integriert. Viele standen auch noch an den Buden mit allerlei Speis und Trank, einige saßen ganz Woodstook-like auf der Wiese …

…. als die ersten Takte von “Shock To The System” erklangen!

Der Opener “Shock To The System”.

…. und Billy Idol auf die Bühne stürmte. Uuuuh … Gänsehaut. Noch heute!
Der Song stammt vom 1993er Album “Cyberpunk” und gehört damit eher nicht zu seinen Klassikern, war als Start aber mehr als geeignet.

Als nächstes folgte das bekanntere “Dancing With Myself” (1980) noch aus seiner Zeit mit “Gen X” bzw. “Generation X”. Billy Idol und sein langjähriger Gitarrist Steve Stevens bewiesen einmal mehr, dass sie über die Jahrzehnte an Glanz und auch Gloria überhaupt nichts eingebüßt haben.

“Dancing With Myself” (Generation X, Album: “Kiss Me Deadly”)

Mit “Daytime Drama” (1983, Album: “Rebel Yell”) und “Can´t Break Me Down” (2014, Album: “Kings And Queens Of The Underground”) setzte langsam die Abenddämmerung ein, die Musiker und das Publikum hatten sich warm gespielt.
Begeistert hat mich neben Idol und Stevens auch der in Indien geborene und in Schweden aufgewachsene Erik Eldenius – ein unkaputtbares, explosives Kraftpaket am Schlagzeug.

Weiter ging es mit dem Doors-Klassiker “L.A. Woman”, gecovert im Jahre 1990 und zu finden auf dem Album “Charmed Life”. Hier ging der Meister richtig ab und improvisierte im Refrain mit “Deutschland Woman” ….

“L.A. Woman … Deutschland Woman”

Später vertat er sich dann auch mal geografisch und wähnte sich in Leipzig, was ihm aber schon wegen der Ortsnähe keiner richtig übel nehmen wollte. 
“Do you wanna scream?”, rief er danach ins Publikum und ließ nicht locker bis er das geforderte “Yeah!” hörte und “Scream” (2005, Album: “Devil’s Playground”) performen konnte. Und alle screamten den Refrain mit.
“Don´t Need A Gun” mit der topaktuellen Zeile “If the other man has none, you don´t need a gun” vom Album “Wiplash Smile (1987) folgte. 

If the other man has none ….

Billys ersten Soloerfolg kennt vermutlich jeder: “Eyes Without A Face” – mit dieser wunderschönen Ballade vom Album “Rebel Yell” (1984) erreichte er immerhin Platz 10 in den deutschen Charts und wurde damals auch von mir erstmalig wahrgenommen. 

les yeux sans visage

Nach diesem Höhepunkt verschwand Billy erstmal und überließ Steve Stevens das Feld. Der wiederum zeigte keine Müdigkeit und zupfte ein Gitarrensolo vom Feinsten, welches mich zumindest zeitweilig an spanischen Flamenco, russische Balalaika oder mexikanischen Gitarrensound erinnerte. 

Dann übernahm der Chef wieder das Ruder und brachte mit “King Rocker” (1979, Album: “Valley Of The Dolls”) einen zweiten Song aus seiner Generation-X-Zeit zu Gehör.

… und danach gleich mein Lieblingssong von ihm: “Blue Highway” (1983, Album “Rebel Yell”) mit dem geilen Solo in der Mitte und im Abschluss das Top-Gun-Theme. Wow!

Alles in Blue auf dem Highway 😉

Das war dann auch schon die reguläre Setlist und es folgten noch drei Songs als (natürlich geplante) Zugabe.
“White Wedding” (1982, Album: “Billy Idol”), tausendfach gecovert – unter anderem von der genialen Doro Pesh! Hier haben nun alle völlig textsicher mitgesungen.

It´s a nice day for …….

Nach einem Schlagzeug-Solo vom schon erwähnten und begnadeten Erik Eldenius begann auch schon der letzte Song: “Mony Mony”, im Original von Tommy James & the Shondells. Billy Idol veröffentlichte diesen Klassiker 1981 und nutzte ihn jetzt – 27 Jahre später – um seine Band vorzustellen. Inklusive … O-Ton:

“Billy – Fucking – Idol!”

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